veröffentlicht am 28.04.2021

Gesetzeslockerungen bei Neuer Gentechnik Gefahr für Umwelt, Menschen und Tiere

Neue Gentechnikverfahren können keine Lösung für die ökologischen Herausforderungen der EU sein. Das neue Greenpeace-Positionspapier erklärt warum und warnt eindringlich vor Lockerungen im Gentechnik-Recht, die zulasten der Umwelt, Menschen und Tiere gehen würden.

© Shujin Liu / Greenpeace

Noch Ende April will die Europäische Kommission eine wegweisende Studie zu Gentechnik veröffentlichen, die dafür ausschlaggebend sein wird, ob die bestehende Regulierung von Neuer Gentechnik gekippt wird. Lebensmittel, die mit Gentechnik-Methoden wie der Genschere CRISPR-Cas hergestellt werden, könnten dann ohne vorgeschriebene Risikoabschätzung und -prüfung sowie ohne Kennzeichnung auf den Markt gebracht werden. Greenpeace warnt eindringlich vor solch einer Lockerung im Gentechnik-Recht, die zulasten der Umwelt, Menschen und Tiere gehen würde. Sowohl auf EU-Ebene als auch in Österreich müssen PolitikerInnen dem Druck der Agrarchemie-Konzerne widerstehen und Umwelt und Menschen vor den Folgen Neuer Gentechnik schützen.

„Die Natur darf kein Versuchslabor für die Gentechnik-Industrie werden. Einmal in die Umwelt freigesetzt, wird gentechnisch verändertes Erbgut auf andere Pflanzen übertragen und kann nie wieder zurückgeholt werden. Die bestehenden Gesetze dürfen auf keinen Fall aufgeweicht werden, sonst wird ein Kreislauf in Gang gesetzt, der nicht mehr gestoppt werden kann.“

Ursula Bittner, Wirtschaftsexpertin bei Greenpeace in Österreich

Greenpeace Positionspapier

In einem ausführlichen Positionspapier, das Greenpeace neu veröffentlicht hat, werden vor allem Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen in die Umwelt zu landwirtschaftlichen Zwecken behandelt. Greenpeace warnt eindringlich vor einer Gesetzeslockerung bei der neuen Gentechnik. Die möglichen Auswirkungen der sogenannten Genom-Editierungs-Techniken, wie CRISPR-Cas, sind noch nicht ausreichend erforscht. Damit können diese negative Auswirkungen auf Umwelt, Menschen und Tiere haben. Möglicherweise verschlimmern sie die Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft sogar, jedenfalls machen sie Mensch und Natur zu einem gigantisches Gentechnik-Experiment mit unbekannten und potenziell unwiderruflichen Folgen.

„Das Schicksal unserer Lebensmittel und der Natur darf nicht in den Händen einiger weniger Gentechnik- und Agrarkonzerne liegen, die bislang wenig Rücksicht auf die Gesundheit der Menschen und die Umwelt genommen haben und nun mit Patenten auf neue Techniken ihre Marktdominanz weiter ausbauen wollen.“

Ursula Bittner, Wirtschaftsexpertin bei Greenpeace in Österreich

Unsere Forderung

Greenpeace appelliert an die Politik: das EU-Gentechnik-Recht muss weiterhin auch für neue Gentechnikverfahren gelten. Die EU muss sicherstellen, dass unsere Ernährung nicht auf einer Risikotechnologie, sondern auf einer ökologischen Landwirtschaft aufbaut wird, die Hand in Hand mit echtem Klima- und Umweltschutz geht.

Das gesamte Greenpeace-Positionspapier zu Neuer Gentechnik (in englischer Sprache) steht hier zur Verfügung.

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